Die kristalline, geschichtete Formgebung und natürliche, nachhaltige Baumaterialien tragen den Anforderungen und Ideen der Waldorfpädagogik Rechnung und bestimmen gestalterisch und konstruktiv den Entwurf des Gebäudes.
Die Entwurfsidee zur Festhalle entwickelte sich aus der räumlichen Situation inmitten der bereits vorhandenen Schulgebäude. Das Gebäude passt sich formal als integraler Bestandteil seiner Umgebung in die natürliche Landschaft des Grundstücks ein. Es nimmt die Form der vorgefundenen Hangschräge auf und nutzt sie im Innenraum für die notwendige Staffelung des Zuschauersaals und Bühnentableaus.
Die Festhalle ist in nachhaltiger Holzständerbauweise mit einer Dachkonstruktion aus Holzfachwerkträgern geplant. Das Baumaterial Holz wird sowohl in den Innenräumen, als auch außen an den Fassaden sichtbar belassen. Hölzerne Fachwerkbinder bilden das Haupttragwerk des Daches. Geometrie und Materialwahl des Zuschauersaals sorgen für eine optimale Akustik.
Die äußeren Wände sind rhythmisch durch vertikale Holzrippen gegliedert und stehen auf einem durchlaufenden Betonsockel. Bei der Konstruktion wurde besonders darauf geachtet, den CO₂-Fußabdruck des Gebäudes zu reduzieren. Beton findet sich daher lediglich in der Bodenplatte, den Fundamenten und dem Sockel und wird aus Brandschutzgründen auch für die Errichtung der Technikräume unter dem Foyer verwendet.
Der Haupteingang des Festsaals ist vom oberen Schulhof aus barrierefrei zugänglich: Rampen und Treppen an beiden Seiten der Festhalle ermöglichen eine funktionale und gestalterische Verzahnung mit der Umgebung sowie barrierefreie Verbindungen zwischen dem unteren und oberen Zugangsniveau. Der untere Bereich des Zuschauerraums, der Bühnenbereich und die dort angeschlossenen Unterrichts- und Vorbereitungsräume sind stufenlos vom unteren Schulhof aus zugänglich.
Die begrünten, schräg gefalteten Dächer unterstreichen in ihrer Materialität nochmals den Anspruch der Bauherren auf eine naturnahe und ökologisch wertvolle Bauwerksgestaltung. Durch die Abstufungen der Dachkonstruktion kann Tageslicht durch die Holzfachwerkträger in den Saal gelangen. Natürliches Licht fließt in den Innenraum durch gläserne Vertikalfugen, die die Fassaden gliedern, Knicke definieren und den Blick in die umgebende Parklandschaft lenken.